08.01.2017

Ein Leichtathlet beim Wintersport

Thomas Röhler, Speerwurf-Olympiasieger von Rio, schaute sich die Verfolgungsrennen in der Ski-Arena an. Über Parallelen zum Biathlon und laute Fans.

Unter tausenden Fans und bei klirrender Kälte verfolgte Thomas Röhler, Speerwurf-Olympiasieger von Rio, die Verfolgungsrennen am Grenzadler. „Die Stimmung muss man genießen“, sagte der Jenaer. „Oberhof stand ein bisschen unter Beschuss. Als Thüringer Sportler freue ich mich, eine Thüringer Veranstaltung unterstützen zu können“, so der 25-Jährige, der hin und wieder selbst auf Langlaufski steht und eine Runde im Schnee dreht.

Speerwerfen als Sommersport, Biathlon als Winterdomäne – und dennoch machte Röhler Parallelen aus. „Die liegen auf jeden Fall beim Schießen. Auch wir suchen uns ein Ziel in der Entfernung, um die perfekte Flugbahn und den perfekten Abwurfwinkel zu generieren“, erklärte er. Mit der Leistung auf der Loipe könne ein Speerwerfer jedoch nicht mithalten: „Unser Anlauf ist 28 Meter lang. Da geht es um Schnelligkeit, aber nicht um Ausdauer.“

Die Anspannung vor dem Wettkampf, die kennt Röhler selbstverständlich. „Mein Ritual ist es, so wenige Rituale wie möglich zu haben. Nur ganz locker kann man ganz schnell sein“, sagte er. Eine große Geräuschkulisse, wie sie auch den Biathleten am Grenzadler entgegenschlägt, auszublenden, musste der Leichtathlet erst lernen. „Bei den ersten Wettkämpfen in großen Stadien war ich mit der Lautstärke völlig überfordert“, gab er zu. Sein Rezept dagegen? „Man muss es üben. Wir haben uns im Training Tage gewählt, an denen die Halle voll war mit kleinen Kindern. Das hat geholfen.“

Derzeit befinde sich der Olympiasieger im Aufbau. „Von Montag bis Freitag haben wir intensive Einheiten, am Wochenende zwei Tage Erholungspause“, sagte er. Samstag und Sonntag bleibe dann Zeit für die Couch: „Da sitze ich gerne mal vor dem Fernsehen und schaue den Biathlon-Weltcup.“ 

08.01.2017 09:31 in Kategorie: Biathlon