„Bis jetzt ist mein Büro ein langweiliger Ort“

„Bis jetzt ist mein Büro ein langweiliger Ort“

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Oberhof stemmt in diesem Jahr gleich zwei Biathlon-Weltcups.

Der Renndirektor der des Biathlon-Weltverbands IBU, Borut Nunar, spricht über gute Bedingungen, jede Menge Neuschnee und Hausaufgaben bis zur WM 2023.

Zwei Biathlon-Weltcups in zwei Wochen: Wie meistert Oberhof die Herausforderung bisher? Sind Sie zufrieden mit der Arbeit?
Lassen Sie es mich so sagen: Wenn etwas nicht richtig funktioniert oder nicht gut vorbereitet ist, klopfen Trainer, Sportler oder Techniker sofort an meine Tür. Bis jetzt ist mein Büro ein langweiliger Ort, der auf gute Arbeit und einen gut vorbereiteten Veranstaltungsort hinweist. 

Wie beurteilen Sie die diesjährigen Wetterbedingungen?
Oberhof ist bekannt für seine herausfordernden Wetterbedingungen. Das beginnt schon mit der Vorbereitung des Veranstaltungsortes mit Schnee im Dezember und reicht sogar bis in den vorherigen Winter zurück, in dem Schneedepots vorbereitet werden sollen. Obwohl sich der Veranstaltungsort noch im Bau befindet und nicht die gesamte Infrastruktur vor dem Winter fertig gestellt wurden, konnte das OK genügend Schnee produzieren und lagern, um das Stadion und die Strecken zu bedecken. Das führte zu einer der besten Vorbereitungen, die ich hier in den vergangenen Jahren gesehen habe. Wir haben endlich einmal großartige Unterstützung direkt vom Himmel mit wunderbarem Winterwetter bekommen, aber ich glaube nicht an Zufälle. Das OK war bereit zu arbeiten und hatte deshalb auch Glück. 

Am gestrigen Dienstag fiel jede Menge Neuschnee. Ist das ein Problem?
Wir gehen in die zweite Weltcup-Woche, die mit starkem Schneefall begann. Nach der guten Koordination des OK wurden gestern sehr große Anstrengungen unternommen, sodass der Veranstaltungsort heute Morgen bestmöglich vorbereitet war. Die bessere Kommunikation innerhalb des OKs sind die größten Fortschritte für mich. Ich spreche hauptsächlich von den Sportgruppen, aber es ist offensichtlich, dass auch die Logistik gut läuft. 

Kann viel Schnee auch zu viel Schnee sein?
Wir haben gesehen, wie viel Aufwand erforderlich war, um den Veranstaltungsort nach dem gestrigen Schneefall vorzubereiten. Ich denke, es wäre eine ganz andere Herausforderung gewesen, den Zuschauerbereich zu reinigen. Mich treibt die Frage um, wie man den Schnee von den Tribünen entfernt und wohin dieser Schnee transportiert werden würde. 

Was bedeutet Biathlon ohne Fans für Sie und Ihre tägliche Arbeit? 
Um ehrlich zu sein, bedeuten keine Zuschauer weniger oder einfachere Arbeit für uns, da es sich nur um „reinen Sport“ handelt und es weniger Probleme auf den Strecken oder an den Zugangswegen gibt. Aber natürlich fehlt uns die Atmosphäre im Stadion und der Umgebung. Wir sind sehr froh, dass wir unsere Arbeit machen dürfen. Denn ein Weltcup ist für keinen der Teilnehmer Urlaub, sondern unser Job. 

Welche Hausaufgaben müssen bis zur WM 2023 noch erledigt werden?
Oberhof muss alle Erfahrungen aus diesen zwei Wochen nutzen und sie in die finale Phase des Umbaus stecken. Im Allgemeinen ist die Richtung, in die Oberhof geht, gut. Alles, was bisher gebaut wurde, hat sich bewährt, alle Teams sind mit dem „neuen“ Oberhof zufrieden. Ich stelle den Sport und die Sportler immer an erster Stelle. Für zufriedene Athleten brauchen wir guten Schnee. Das OK muss die interne Kommunikation und Koordination ständig verbessern, mit den richtigen Personen an den richtigen Stellen, die bereit sind, ihre Fähigkeiten einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. 

Interview: Susann Eberlein, Presseteam

 

 

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