Frankreich bietet Norwegen Paroli

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Die französische Männer-Staffel siegte beim BMW IBU Biathlon-Weltcup in Oberhof vor den Quartetten aus Norwegen und Italien.

Die DSV-Staffel um Erik Lesser, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Philipp Horn lag lange sehr aussichtsreich im Rennen, musste sich am Ende aber mit Rang fünf begnügen.

Das dritte Staffelrennen der Männer in der Saison 2020/21 hat den dritten Sieger hervorgebracht. Nach Norwegen in Kontiolahti (Finnland) und Schweden in Hochfilzen (Österreich) konnte sich beim Biathlon-Weltcup in Oberhof das französische Team, bestehend aus Simon Desthieux, Quentin Fillon Maillet, Fabien Claude und Emilien Jacquelin, durchsetzen.

Es ist der zweite Mannschaftserfolg der Franzosen am Grenzadler – Julia Simon und Emilien Jacquelin hatten am vergangenen Sonntag in der Single-Mixed-Staffel triumphiert – und auch eine Art Wiedergutmachung. In den beiden ersten Staffeln dieser Saison kam das Männer-Quartett der Grande Nation nur auf die Ränge sechs und acht. „Letztes Jahr waren wir in der Staffel nicht gut, heute war ein großartiger Sieg. Alle Teamkollegen haben einen tollen Job gemacht. Die Jungs, das Personal, die Skier waren gut“, sagte der Schlussläufer.

Vetle Sjaastad Christiansen, Johannes Dale, Tarjei und Johannes Thingnes Boe aus Norwegen gingen als die Top-Favoriten ins Rennen, hatten sie doch bisher alle Einzelwettbewerbe in der Rennsteigstadt für sich entschieden. Heute mussten sich die erfolgshungrigen Skandinavier jedoch mit dem zweiten Rang begnügen. Nachdem sich der sonst so sichere Liegendschütze Johannes Dale auf Startposition zwei laufend eine Strafrunde einhandelte, holten die Boe-Brüder den Rückstand von zwischenzeitlich 1:13,07 sukzessive auf. Am Ende musste sich der Gesamtweltcupführende Johannes Thingnes Boe Emelien Jacquelin um 4,2 Sekunden nur  knapp geschlagen geben. Die Italiener Thomas Bormolini, Lukas Hofer, Tommaso Giacomel und Dominik Windisch komplettierten das Siegerpodest auf Platz drei.

Black-out verhindert Podestplatz
Die deutsche Männerstaffel lag lange sehr aussichtsreich im Rennen. Startläufer Erik Lesser brauchte zwei Nachlader im Liegendanschlag, überzeugte dann aber mit einer fehlerfreien Schnellfeuereinlage im Stehendschießen von nur 17,9 Sekunden. „Der zweite Schuss ist mein Knackpunkt. Wenn bis dahin alles passt, dann kann ich eine Serie auch durchziehen. Heute wusste ich: Das geht“, sagte er.  Benedikt Doll musste auf je einen Nachlader zurückgreifen. „Ich war schon nervös vor dem Rennen, bin dann aber wieder gut reingekommen. Die Ski sind gut gerutscht, da kann man dann auch gut mithalten“, kommentierte er. Auch Arnd Peiffer benötigte nur jeweils eine Patrone mehr. „Das war nicht ganz optimal, aber auf der Strecke habe ich mich ganz gut bewegt und eine gute Staffel gemacht“, lautete das Understatement des 33-Jährigen. Er übergab die Staffel auf Platz eins liegend an Schlussläufer Philipp Horn.
Im Liegendanschlag erwischte der Oberhofer einen rabenschwarzen Tag. „Ich habe absolut keine Ahnung gehabt, was ich gerade falsch mache. Ich war absolut ratlos und wusste nicht, ob ich auf Gut Glück in irgendeine Richtung drehen soll und habe dann einfach versucht, in die Mitte zu schießen“, sagte der enttäuschte Horn über seinen Black-out am Schießstand. Der Lokalmatador musste gleich dreimal in die Strafrunde und die starke Konkurrenz ziehen lassen. Nach zwei Nachladern im Stehendanschlag konnte er sich auf der letzten Runde nicht gegen den Russen Eduard Latypov durchsetzen und brachte die DSV-Staffel auf Rang fünf ins Ziel.

Frauenstaffel am Samstag
Am Sonntag (17. Januar) beschließen die Männer die zweite Oberhofer Weltcup-Woche mit einem Massenstart über 15 Kilometer. Um 12.30 Uhr gehen die 25 besten der Gesamtwertung sowie die fünf besten Wettkämpfer der Weltcup-Woche an den Start. Für das deutsche Team um Bundestrainer Mark Kirchner sind Benedikt Doll (11. in der Gesamtwertung), Erik Lesser (12.) und Arnd Peiffer (14.) dabei.

Zuvor findet am morgigen Samstag (16. Januar, 14.45 Uhr) die Frauen-Staffel statt. Vanessa Hinz, Janina Hettich, Denise Herrmann und Franziska Preuß stellen das deutsche Quartett.

Susann Eberlein, Presseteam

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