Frauen eröffnen den Oberhofer Biathlon-Weltcup

Frauen eröffnen den Oberhofer Biathlon-Weltcup

Es ist ein ungewöhnlicher Heimweltcup für die deutschen Biathleten. Wo sonst tausende Fans die Sportler am Birxsteig pushen, herrscht winterliche Ruhe.

Wie schon im ersten Trimester finden beiden Weltcups in Oberhof ohne Zuschauer im Stadion statt. Die Frauen eröffnen das erste Wochenende am morgigen Vormittag mit einem Sprint. Wie wird es sein, ohne jubelnde Fans im Stadion und an der Strecke? „Ich bin dankbar, dass wir überhaupt Rennen laufen dürfen, freue mich aber auch, wenn wieder Zuschauer rein dürfen zum Anfeuern. Das pusht zusätzlich schon sehr“, sagt Franziska Preuß (SC Haag). Der Druck sei ohne die fehlenden Zuschauer trotzdem der Gleiche. „Ich versuche immer mich nicht vom äußerlichen Druck anstecken zu lassen, da ich mir selbst schon genug Druck mache.“ Als derzeit bestplatzierte deutsche Biathletin im Weltcup führt sie die Damenmannschaft an – und wolle den Fans an den heimischen Fernsehbildschirmen gute Unterhaltung bieten. 
Im Training hat sie sich schon einen Überblick über die neue Strecke machen können. „Man hat im Sommer ja schon von den Umbauarbeiten gehört, aber ich war wirklich überrascht, dass doch so viel geändert wurde. Es ist definitiv eine schwierige Runde, die man sich gut einteilen muss, um auch noch hinten raus genügend Luft zu haben“, sagt sie in der virtuellen Pressekonferenz. Den meisten Gesprächsstoff bietet aktuell der leicht geänderte Birxsteig: „Man kommt jetzt unten mit weniger Schwung rein. Der Anstieg ist ganz schön zäh und zieht sich, aber oben raus ist er schöner zu laufen.“ 

Franziska Preuß will an Laufstärke im ersten Trimester anknüpfen 
Nach einem läuferisch starken ersten Trimester, gilt es jetzt nicht lockerzulassen und konzentriert weiterzuarbeiten. „In Hochfilzen war ich echt k.o., aber läuferisch trotzdem gut dabei. Das gibt mir Selbstvertrauen“, betont die 26-Jährige, die am Stützpunkt in Ruhpolding wieder von Tobias Reiter betreut wird. „Das war die richtige Entscheidung, denn er kennt mich ganz genau.“ Dank des guten Grundlagentrainings im Sommer müsse sie jetzt nicht auf die Patzer der Konkurrenz spekulieren, sondern könne selbst agieren. Nachdem die DSV-Sportlerin in der Vergangenheit häufiger mit Krankheiten, vor allem nach der Weihnachtspause, zu kämpfen hatte, ist sie froh, gesund geblieben zu sein. Das Hygienekonzept könnte ihr dabei sogar in die Hände gespielt haben. „Das DSV-Konzept funktioniert insgesamt  richtig gut und auch durch das IBU-Testkonzept fühle ich mich sicher“, erklärt sie. Die Weihnachtstage konnte sie in ihrer Heimat gut fürs Training nutzen. Nun möchte Franziska Preuß nicht nur läuferisch dort anknüpfen, wo sie im vergangenen Jahr aufgehört hat, sondern am Schießstand bewusster arbeiten.  
Erste Erfolge möchte sie schon im morgigen Sprintrennen erzielen. An die Staffelwettbewerbe am Sonntag verschwendet sie noch keine Gedanken, wenngleich sie sich den Streckenverlauf des Single-Mixed-Wettbewerbs, der am Grenzadler Premiere feiern wird, schon angeschaut habe. „Die Runde haut auf jeden Fall rein“, sagt sie über die 1,5-Kilometer-Schleife. 

Caroline Frenzel, Presseteam