Marte Olsbu Roeiseland holt vierten Saisonsieg

Marte Olsbu Roeiseland holt vierten Saisonsieg

Die Norwegerin Roeiseland sorgte mit einer Laufzeit von 23:30 Minuten bereits früh im Rennen für eine Bestmarke, die keine der folgenden Athletinnen unterbieten konnte. Mit dem Sieg im Sprint baute sie ihre Führung im Gesamtweltcup weiter aus.

Marte Olsbu Roeiseland knüpft an ihre gute Form aus dem Vorjahr an: Die Norwegerin hat den Sprint in der ARENA am Rennsteig gewonnen. Nach einem Fehler im liegenden Anschlag zeigte sie ihr Selbstbewusstsein einmal mehr, ging im Stehendschießen volles Risiko und wurde dafür belohnt. Von dem leicht böigen Wind ließ sie sich nicht beeindrucken: „Es war ein typisches Oberhof-Wetter. Es hat geregnet und geschneit, aber ich denke, es waren die perfekten Bedingungen und ein guter Test, um uns auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. Ich bin sehr glücklich über das Rennen.“

Hinter der Norwegerin blieb das Sprintrennen lange offen. Dabei profitierten die zurückliegenden Läuferinnen von den Angaben der Zwischenzeiten. Die nach dem zweiten Schießen noch deutlich hinter Ingrid Landmark Tandrevold zurückliegende Belarussin Hanna Sola schob sich nach einer fulminanten Schlussrunde noch auf den zweiten Platz vor und kompensierte damit mindestens eine ihrer beiden Strafrunden auf der Strecke.

Die noch später gestartete Französin Julia Simon nutzte die Schießfehler etlicher Mitfavoritinnen und kam mit einer Strafrunde schlussendlich zeitgleich mit Hanna Sola – 7,1 Sekunden hinter der Siegerin – ins Ziel. Sie knüpfte damit an ihre zweiten Platzierungen in Le-Grand Bornand an. „Es ist einfach, im Training gut zu schießen, aber im Wettkampf ist es immer etwas anderes. In Annecy hat es dann Klick gemacht. Es fühlt sich so an, als ob der Winter jetzt und hier für mich startet“, sagte sie

Fünf DSV-Frauen für die Verfolgung qualifiziert

Während die übrigen deutschen Biathletinnen den Windverhältnissen Tribut zollen mussten, mischte Vanessa Voigt die Konkurrenz vor allem am Schießstand kräftig auf. Die 24-Jährige aus Floh-Seligenthal glänzte bei ihrem ersten Heimweltcup mit einer tadellosen Leistung am Schießstand und belohnte sich mit dem zwölften Rang. „Man muss die Chance nutzen, wenn kein Wind da ist. Ich hatte fast überhaupt keinen Wind beim Stehendschießen und wusste, dass ich jetzt einfach draufhalten muss. Das habe ich gemacht und bin sehr zufrieden heute.”

Damit war sie eine von acht Starterinnen, die ohne Fehler blieben. Ein Heimvorteil? „Es ist eine Ehre, hier zu laufen. Ich fand es echt süß, wie die Helfer alle Sportlerinnen angefeuert haben, also ein bisschen Publikum hatten wir schon“, sagt sie mit Blick auf die coronabedingt zuschauerlose ARENA am Rennsteig.

Vanessa Hinz erreichte mit zwei Strafrunden aus dem Stehendschießen den 25. Platz. Mit einem Fehler mehr kam Denise Herrmann als 26. ins Ziel. Beide unterstrichen, dass sie noch einiger Vorbereitung bis zu den Olympischen Spielen bedürfen. „Ich weiß wirklich nicht, was ich im Wettkampf mache. Im Training treffe ich, und im Wettkampf bin ich eine andere Vanessa und treffe nicht mehr”, fasste Hinz ihre fehlende Konstanz im Schießen zusammen.

Denise Herrmann blickte trotz guter Laufleistung nach vorne: „Ich würde mich gerne noch weiter vorne sehen und gerade in der Schlussrunde ist noch viel offen.“ Franziska Hildebrand, die nach guten Leistungen im IBU Cup wieder im Weltcup starten durfte, beendete das Rennen auf dem 46. Rang (2 Schießfehler), Janina Hettich auf dem 56. Platz (4 Schießfehler). Die sechste deutsche Starterin Anna Weidel musste ihr Rennen nach einem Sturz in der zweiten Runde aufgeben.

Hendrik Baumbach & Nina Kolarzik, Presseteam