Norwegisches Trio auf dem Podest

Norwegisches Trio auf dem Podest

Auch in der Verfolgung sind die norwegischen Männer nicht zu schlagen. Sturla Holm Laegreid gewinnt vor Johannes Dale und Tarjei Boe. Arnd Peiffer macht mit einer fehlerfreien Schießleistung 37 Plätze gut und läuft in die Top Ten.

Mit einem lauten Jubelschrei fuhr Sturla Holm Laegreid über die Ziellinie. In der Verfolgung von Oberhof sicherte sich der junge Senkrechtstarter aus Norwegen den Sieg. „Ich habe als Kind davon geträumt, irgendwann zur norwegischen Elite zu gehören und Rennen auf dem höchsten Niveau zu laufen. Es ist toll, Teil dieses Teams zu sein“, sagt der 23-Jährige, der seinen vierten Triumph in dieser Saison feierte.

Sein Landsmann Johannes Dale belegte Platz zwei. „Ich bin sehr zufrieden mit dem zweiten Rang, weil ich beim letzten Schießen Angst haben musste, den Platz auf dem Podium zu verlieren. Aber als ich in der Strafrunde war, habe ich auf dem Bildschirm gesehen, dass die anderen auch daneben schießen“, sagte er. Auf der letzten Runde habe er versucht, Gas zu geben und die Lücke zu Sturla Holm Laegreid zu schließen. „Aber ich bin nicht wirklich näher gekommen. Die Strecke hier in Oberhof ist die härteste im Weltcup-Zirkus. Sie raubt dir die Energie. Wenn du nach dem Birxsteig müde bist, hast du keine Chance mehr. Ich musste taktisch denken und meine ganze Energie nutzen“, erklärte er.

Tarjei Boe hatte die besten Aussichten auf den Sieg – bis ihm beim zweiten Stehendanschlag drei Fehler unterliefen. „Als ich den ersten Fehler geschossen habe, war ich leer. Ich habe es nicht mehr geschafft, den Schalter wieder umzulegen. Ich hatte den Sieg in der Hand und habe ihn weggeben“, zeigte sich der Drittplatzierte frustriert. 

Noch schlimmer erging es seinem Bruder Johannes Thingnes Boe, der am Vortag noch ganz oben auf dem Podium stand. Mit vier Fehlern im ersten Stehendanschlag schoss er sich selbst aus dem Rennen, wurde mit insgesamt sieben Schießfehlern aber noch guter Achter.

Aufholjagd von Arnd Peiffer

Eine fulminante Aufholjagd legte dagegen DSV-Athlet Arnd Peiffer hin. Mit einer blitzsauberen Weste am Schießstand holte er ganze 37 Plätze auf und landete am Ende auf dem zehnten Platz. „Das hätte ich gar nicht für möglich gehalten. Für mich war das ein versöhnliches Rennen“, sagte er. Im Sprint am Vortag war er 47. geworden und nahm eine ordentliche Hypothek von 2:12 Minuten mit in das Jagdrennen.

Auch Lokalmatador Erik Lesser konnte einige Plätze nach vorne klettern. Der Oberhofer, der als 25. gestartet war, kam auf Rang elf ins Ziel. „Ich bin ganz zufrieden mit dem Rennen. Es war auf jeden Fall angenehmer als gestern“, meinte der 32-Jährige. Benedikt Doll wurde 19., Philipp Horn 29. und Simon Schempp 45.

Bundestrainer Mark Kirchner zog ein positives Fazit. „Der Wettkampf war deutlich besser als gestern. Die Ausgangspositionen waren nicht so überragend, aber die Jungs haben sich reingehangen. Es hat gezeigt, dass wir uns nicht verstecken brauchen und nach wie vor gut dabei sind“, resümierte er. Nach dem Dämpfer im Sprint hätten seine Athleten wieder Selbstvertrauen getankt. Wie viel das wert ist, zeigt sich schon am morgigen Sonntag. Dann stehen die Mixed-Staffel (11.30 Uhr) und das Single-Mixed-Rennen (14.40 Uhr) an.

Susann Eberlein, Presseteam