Start-Ziel-Sieg für Vitozzi – geniale Aufholjagd der Deutschen

Start-Ziel-Sieg für Vitozzi – geniale Aufholjagd der Deutschen

Nach ihrem ersten Weltcup-Sieg im Sprint hat Lisa Vittozzi auch die Verfolgung beim BMW IBU Weltcup Biathlon in Oberhof gewonnen. Die Italienerin konnte sich mit nur zwei Schießfehlern gegen die Konkurrenz durchsetzen und das Jagdrennen der Damen für sich entscheiden. Zu keiner Zeit war der Sieg wirklich gefährdet, als sie im letzten Schießen dann mit null Fehlern direkt auf die Strecke zurückkehren konnte, war ihr der Sieg endgültig nicht mehr zu nehmen. „Es ist mein zweiter Sieg und ich bin total happy darüber. Ich habe mich sehr müde gefühlt, aber versucht, mich auf das Schießen zu konzentrieren“, sagte die 23-Jährige. Die Slowakin Anastasiya Kuzmina als Zweite und Anais Chevalier (Frankreich) als Dritte komplettierten das Podium der Verfolgung. 

Erfolgreiche Wiedergutmachung
Eine kleine Sensation gelang Franziska Preuß. In einer genialen Aufholjagd konnte die 24-Jährige 39 Plätze gut machen und lief als Sechste ins Ziel. Damit war Preuß nach dem Debakel im Sprint beste Deutsche dieser Verfolgung. Ihr Erfolgsrezept: die richtige Portion Aggressivität: „Natürlich waren wir enttäuscht und sauer auf uns selbst. Ich bin da heut schon aggressiv rangegangen und hab mir gedacht: Heut hau’ ich euch weg, ihr blöden Scheiben“, so Preuß im Interview mit dem ZDF. Das typische Oberhofer Wetter konnte Preuß gut händeln: „Die Bedingungen waren etwas tricky, bei dem Wind musste man sehr achtsam sein. Ich war froh, dass ich liegend gut durchgekommen bin. Ich kann es selber kaum glauben, dass ich es soweit nach vorn geschafft habe.“ Doch Franzi Preuß lieferte nicht das einzige gute Ergebnis der deutschen Mannschaft. Mit der besten Laufleistung schaffte es Denise Herrmann von Platz 36 auf Rang neun. So richtig glücklich zeigte sich die 30-Jährige im ZDF-Interview aber nicht: „Mich haben die zwei Fehler im Liegendschießen schon geärgert und sich dann als ehemalige Sprinterin im Zielsprint abziehen zu lassen, ist schon ärgerlich, denn Platz acht hätte die WM-Qualifikation bedeutet. Aber alles in allem bin ich zufrieden.“ Mit Platz neun konnte Herrmann aber immerhin die halbe WM-Norm holen und ihr bestes Saisonergebnis verzeichnen. Nach Denise Herrmann kam Karolin Horchler, die im Sprint mit Platz 34 noch beste Deutsche war, als Elfte in Ziel. Auch sie schaffte damit die halbe WM-Norm. Horchler war vor allem von den Zuschauern begeistert. „Überall habe ich ‚Karo Karo’-Rufe gehört und sage da auch vielen Dank an die Zuschauer. Das motiviert unheimlich“, so Horchler im ZDF. 

Franziska Hildebrand als 24. und Nadine Horchler als 43. machten das deutsche Ergebnis komplett. 

Disziplin-Trainer Florian Steirer wusste, woher das gute Ergebnis seiner Damen kam: „Wir haben die Leistungen im Sprint differenziert analysiert. Das Ergebnis war, auf gut Deutsch gesagt, richtig kacke. Aber es gab auch Lichtblicke und wir wussten, dass die Mädels das drauf haben. Das war sportlich die richtige Antwort“, resümierte Steirer im ZDF. 

Franziska Hänlein
Weltcup-Medienteam