Weltcup gestartet, die WM im Visier: Eine Sportstätte im Wandel der Zeit

Weltcup gestartet, die WM im Visier: Eine Sportstätte im Wandel der Zeit

Allerspätestens nach dem aktuellen BWM IBU Weltcup Biathlon fiebert Thüringens Wintersporthochburg dem WM-Jahr 2023 entgegen. Dann stehen in Oberhof gleich zwei sportliche Großereignisse auf der Agenda, die den öffentlichen und medialen Fokus nicht nur auf die idyllische Rennsteigstadt, sondern auch auf die Aktivregion Thüringer Wald und den Freistaat Thüringen lenken werden. Mit der WM im Rennrodeln (23. bis 29. Januar 2023) sowie den Biathlon-Weltmeisterschaften (6. bis 19. Februar 2023) stellt sich Oberhof der vielversprechenden und zugleich herausfordernden Premiere, zwei unmittelbar aufeinander folgende WMs in einer Wintersport-Destination durchzuführen. Die Basis für eine erfolgreiche Durchführung bildet dabei die Modernisierung der Oberhofer WM-Sportstätten. Durch die Förderung von Land und Bund wird im Zuge der Weltmeisterschaften sowohl die ARENA am Rennsteig als auch die geschichtsträchtige Rennschlitten- und Bobbahn, die seit 2020 den Namen EISARENA Oberhof trägt, grundlegend und nachhaltig saniert. „Die Weltmeisterschaften 2023 in Oberhof können auf und in hervorragenden Sportanlagen stattfinden. Die neue Infrastruktur steht und wir werden sowohl beim Biathlon als auch beim Rennrodeln Sportstätten auf höchstem Niveau vorfinden. Wir werden mit den modernisierten Anlagen nicht nur die Voraussetzungen für ein erfolgreiches WM-Jahr 2023 schaffen, sondern auch die Grundlage, um Oberhof langfristig zurück in die Weltspitze der Wintersportstandorte zu führen“, sagt Dr. Hartmut Schubert, Vorsitzender des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum. Nachdem die Baumaßnahmen 2020 planmäßig vorangetrieben werden konnten, verliefen auch die sportlichen Feuertaufen in der Wintersaison 2020/21, mit jeweils zwei Rennrodel- sowie Biathlon-Weltcups auf den in Umbau befindlichen Spitzensportanlagen, äußerst erfolgreich. Lange ausruhen konnten sich die Oberhofer Planer und Projektsteuerer auf diesem Zwischenstand nicht, schließlich wartete auch im Kalenderjahr 2021 ein – im wahrsten Wortsinn – sportliches Programm auf sie.

Arena-Flair am Grenzadler
Insbesondere am Grenzadler wandelte sich von Ende April bis Anfang Dezember das Erscheinungsbild des 1983 eingeweihten Biathlon-Stadions. Die Errichtung eines neuen Techniktraktes samt aufgesetzter Sitzplatztribüne und Überführungsbauwerk sowie des sportwissenschaftlichen Gebäudes auf Höhe der erweiterten Haupttribüne, versprühen bereits jetzt Arena-Flair. Das nunmehr verkleidete und farblich abgestimmte Schießstandgebäude sowie das modifizierte Streckenlayout verleihen der Anlage, die punktuell auch für kulturelle Events genutzt werden soll, zudem einen modernen Charme. Doch nicht nur oberirdisch hat sich in der ARENA am Rennsteig allerhand getan, wie die erfolgreiche Installation von knapp 100.000 Metern Kabel- und Versorgungsleitungen – unter anderem für die Inbetriebnahme der Beschneiungs-, Beschallungs- sowie Beleuchtungssystematik – eindrucksvoll belegt. Im Sinne des Umweltschutzes wurde zudem ein neues Regenrückhaltebecken entlang der Arena-Abfahrt installiert. Dieses beinhaltet ein nachgeschaltetes Abscheidersystem, um Schadstoffe zu filtern. Ein gedrosseltes Abgabesystem sorgt für die angemessene Wasserrückführung. Unterirdisch zugänglich sind indes der neue Athletentunnel sowie vier Unterführungen entlang der Strecke. Ein Überqueren der angelegten und frisch gespurten Loipen wird somit konsequent umgangen, neue Versorgungs- und Transportwege werden bewusst geschaffen.

Nachhaltigkeit im Fokus
In puncto Nachhaltigkeit und Klimaneutralität wurde sich in der zurückliegenden Bauphase dazu entschieden, noch stärker in die Bereiche Energiekonzeption und Ressourcenschonung zu investieren. Insbesondere der Energiebedarf soll – unter anderem durch die gezielte und übergreifende Weiterverwendung der Abwärme – deutlich reduziert und durch weitere im Aufbau befindliche Module nachhaltig und sportstättenübergreifend gesenkt werden. So erfolgt bereits im Jahr 2022 die Versorgung mit grünem Strom, der rein aus Wasserkraft gewonnen wird. Die Nutzung von Holzhackschnitzel aus der Region zur Eigenstromerzeugung sowie der gezielte Einsatz von Photovoltaikanlagen ist zudem fest in den bevorstehenden Modernisierungs-Maßnahmen avisiert. „Sowohl in der ARENA als auch in der EISARENA gibt es Änderungen und Anpassungen, die von den Sportlerinnen und Sportlern auch während der jetzigen Weltcups wahrgenommen werden. Bereits im vergangenen Winter gab es verschiedene Rückmeldungen und Lob, aber auch konstruktive Kritik, die wir beim weiteren Bauverlauf mit aufnehmen und wenn möglich berücksichtigen wollen“, sagt Schubert und ergänzt: „Mit Blick auf die beiden WM-Sportstätten liegen wir bei gut 80 Prozent des Gesamtvolumens. Das Gros der Arbeiten befindet sich auf der Zielgeraden, trotz aller Herausforderungen, vor die uns insbesondere die pandemische Lage immer wieder aufs Neue stellt. Allen Beteiligten und Unterstützern gebührt hier ein großes Dankeschön.“ Gespannt wird die Sportwelt im Jahr 2023 nach Thüringen schauen. Mit den modernisierten WM-Sportstätten, die ab April 2022 in die finale dritte Bauphase gehen, scheinen die Organisatoren am Grenzadler gewappnet, die erfolgreiche Thüringer Sportgeschichte auch nach den beiden Weltmeisterschaften fortschreiben zu können.

 

Sportliche Grüße aus Oberhof, Susann Eberlein und Ronny Knoll
Pressesprecher