Weltcup-Premiere vor der Haustür: Vanessa Voigt feiert ihr Debüt beim Heim-Weltcup

Weltcup-Premiere vor der Haustür: Vanessa Voigt feiert ihr Debüt beim Heim-Weltcup

Über den Jahreswechsel hat sie sich in Livigno (Italien) fit gehalten, jetzt will Vanessa Voigt in ihrer Thüringer Heimat überzeugen: Beim Sprint der Frauen am morgigen Freitag (07. Januar 2022, 14.15 Uhr) feiert die 24-Jährige aus Floh-Seligenthal (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) ihr Debüt beim Heim-Weltcup in Oberhof.
Erstmals in ihrer Karriere steht sie im Aufgebot des BMW IBU Weltcup Biathlon, der in der ARENA am Rennsteig ausgetragen wird. „Richtig cool! Ich freue mich, Teil des Teams zu sein und in Oberhof laufen und das miterleben zu dürfen, auch wenn die Fans fehlen. Das Erlebnis mit den Fans hebe ich mir dann für das nächste Mal auf“, sagt die Zollbeamtin, die viele Helfer im Stadion und an der Strecke persönlich kennt, unter anderem von ihrem Verein WSV Rotterode, und noch mehr Thüringer, die ihr vor dem heimischen TV die Daumen drücken.
Nach ihrem Weltcup-Debüt im März 2021 gehört die Thüringerin seit dem Beginn dieser Saison fest zum Nationalteam und hat sogar schon die Fahrkarte für die Olympischen Spiele in Peking (China) gelöst. „Ich hatte null Druck, die Norm zu erfüllen. Mir haben viele zur Norm gratuliert, für mich waren die Top-Ten-Platzierungen im Weltcup aber ehrlich gesagt wichtiger. Wer bei welchen Wettkämpfen zum Einsatz kommt, wird ja dann erst bei den Olympischen Spielen entschieden“, sagt sie.


Starke Leistungen am Schießstand
Im ersten Trimester der Saison überzeugte Vanessa Voigt vor allem mit starken Leistungen am Schießstand: Im Stehendanschlag glänzt sie mit einer Trefferquote von 90 Prozent, im liegenden Anschlag mit 89 Prozent. Jetzt will sie in der Loipe zulegen und Geschwindigkeit draufpacken. „Die erste Runde verschlafe ich immer ein wenig und verliere Zeit, in der zweiten und dritten kann ich aber ganz gut mithalten“, sagt sie nach der Analyse mit den Trainern.
Vanessa Voigt lerne von Weltcup zu Weltcup dazu. Für den BMW IBU Weltcup Oberhof hat sie sich ein festes Ziel gesteckt. Im Sprintrennen, das die Skijägerinnen 7,5 Kilometer durch den Thüringer Wald führt, will sie fehlerfrei bleiben und unter die 30 besten Starterinnen laufen. Damit würde sie sich eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung sichern, die den Weltcup am Sonntag (09. Januar 2022) abschließt.


Mit Köpfchen über den Birx
Die ARENA am Rennsteig kennt sie durch das Training bestens. Seit Kindesbeinen an spulte sie hunderte Kilometer in der Region ab. „Der Birxsteig ist eine Kopfsache. Viele reisen nach Oberhof und haben nur ihn im Kopf und dass die Strecke so schwer ist. Man muss es einfach akzeptieren, darf sich aber auch nicht nur darauf konzentrieren“, betont Vanessa Voigt, die den berühmt-berüchtigten Anstieg bereits unzählige Mal bewältigt hat.
Von einem Heimvorteil möchte sie trotzdem nicht sprechen. „Im Weltcup, und gerade daheim, strömt viel auf einen ein. Die Anfragen sind deutlich mehr geworden und auch die Nachrichten über die sozialen Kanäle“, sagt sie. Der deutlich größere Teil der Nachrichten, die sie erreichten, seien unterstützend, einige aber auch „einfach unter der Gürtellinie. Manche vergessen, dass ich noch ziemlich jung bin und noch einige Jahre vor mir habe.“


WM 2023 ein Ziel
Für genau diese Jahre hat sich die Thüringerin viel vorgenommen. Nach den Olympischen Spielen in Peking, dem bis dato größten Ereignis ihrer bisherigen Karriere, stehen direkt die nächsten Höhepunkte an. Gleich im Februar 2023, wenn die Biathlon-Weltmeisterschaft vor der eigenen Haustür stattfindet – und Vanessa Voigt unbedingt Teil des Teams sein möchte. „Das ist das nächste große Ziel“, sagt sie.


Sportliche Grüße aus Oberhof, Susann Eberlein und Ronny Knoll
Pressesprecher