Wikinger-Festspiele am Grenzadler

Wikinger-Festspiele am Grenzadler

Ein Team teilt sich das Podium: Johannes Thingnes Boe aus Norwegen siegt im Sprint beim BMW IBU Weltcup-Biathlon von Oberhof vor Tarjei Boe und Sturla Holm Laegreid. Benedikt Doll ist auf Platz 15 bester DSV-Athlet.  


Johannes Thingnes Boe ist nicht zu stoppen. Nicht von einem Fehler im Stehendanschlag, und auch nicht von einem Missgeschick auf der letzten Runde. „In der Abfahrt ist mein Stock gebrochen. Ich musste die letzten Meter mit einem laufen. Ich dachte, dass es knapp wird, hatte aber Glück“, sagt der 27-Jährige nach dem Sprintrennen, mit dem die Männer in den Biathlon-Weltcup gestartet sind. Mit seinem Triumph hat der Norweger einen Eintrag in die Biathlon-Geschichtsbücher sicher. Er zählt mittlerweile 50 Weltcupsiege. „Das ist eine große Zahl. Ich bin sehr stolz auf diesen Erfolg, aber wenn man ein Ziel erreicht hat, muss man sich neue Ziele setzen“, sagt er. 10,8 Sekunden hinter ihm kam Tarjei Boe ins Ziel. „Ich habe mich gut gefühlt, aber nicht wahnsinnig gut. Alle Ehre geht an meinen Bruder. Das Boe-Doppelpodium gefällt uns natürlich gut, auch wenn ich es irgendwann mal wieder umdrehen will“, sagt er. Die erfolgreichen Brüder haben in der Weihnachtspause zusammen trainiert und sich auf die anspruchsvolle Strecke am Grenzadler vorbereitet. „Die Bedingungen in Norwegen waren ähnlich wie hier: Uns Wikingern liegt natürlicher Schnee mehr als Kunstschnee“, sagt er. Der Newcomer Sturla Holm Laegreid komplettierte das Norwegen-Podium. „Das war ein guter Start ins neue Jahr. Ich bin glücklich mit meiner Leistung, sie hätte nicht besser sein können“, sagt der 23-Jährige, der die Rennpause rund um Weihnachten und Neujahr genutzt hat, um den Kopf frei zu bekommen. „Ich habe es geschafft, nicht an den Druck zu denken, der mit dem Erfolg kommt“, sagt der Senkrechtstarter.  

DSV-Akteure müssen aufholen

Mit den Plätzen eins bis drei haben sich die Norweger beste Ausgangspositionen für die morgige Verfolgung geschaffen. Mächtig Zeit aufholen müssen indes die DSV-Athleten. Als bester Deutscher sicherte sich Benedikt Doll den fünfzehnten Platz. „Das Rennen war durchwachsen. Ein Fehler ist nicht schlecht, aber auf der Strecke haben ein paar PS gefehlt“, sagt der 30-Jährige, der mit 1:12 Minuten in das Jagdrennen gehen wird. Philipp Horn schloss den Sprint mit einem Schießfehler auf Rang 23 ab. Erik Lesser wurde 25., Arnd Peiffer 47. Bei seinem Weltcup-Comeback belegte Simon Schempp den 58. Platz. Lucas Fratzscher ist 61. geworden und verpasst damit die morgige Verfolgung.  

Susann Eberlein, Presseteam