Die freundlichen „Gelbwesten“ von Oberhof

Die freundlichen „Gelbwesten“ von Oberhof

Oberhof - Ihr Markenzeichen ist die neongelbe Weste. Die neuen Mitglieder des Info-Teams stechen beim BMW IBU Weltcup Biathlon in Oberhof schon von weitem ins Auge. Und das sollen sie, denn die ehrenamtlichen „Newcomer“ sind so etwas wie Navigatoren, Lotsen oder wie sie die Medien tauften: die „Erklärbären“ beim Großereignis. „Wir sagen den Biathlon-Fans, wo es zur Tribüne geht, wo die Toiletten sind oder wo die Shuttlebusse abfahren“, sagt Marieta Kirsch. Nicht umsonst steht auf ihrer Weste die Frage „Kann ich dir helfen?“ in drei Sprachen. Die gebürtige Bulgarin, die seit 20 Jahren in Deutschland lebt, beherrscht sogar fünf. Neben Bulgarisch und Deutsch spricht die 46-Jährige auch Englisch und Russisch fließend. Weil sie unweit der serbischen Grenze aufwuchs, ist auch die Kommunikation mit serbischen Gästen kein Problem für sie. „Das ist ein bisschen wie anderer Dialekt“, sagt sie und zeigt ihr sympathisches Lächeln. 

Im normalen Leben studiert Marieta Kirsch Angewandte Medienwissenschaften an der TU Ilmenau und arbeitet nebenbei beim Check-in am Flughafen in Erfurt. Schon im letzten Winter fand sie gefallen am Biathlon-Weltcup und engagierte sich als Ordnerin in Oberhof. Dann kam die E-Mail an alle Helfer mit der Möglichkeit, sich für die neue Aufgabe zu bewerben. „Ich dachte gleich – das klingt spannend.“ Bei der alljährlichen Helfereinweisung erhielten die neuen Gästelotsen ein spezielles Briefing, damit sie möglichst alle Anfragen ad hoc beantworten können. Zudem gab es für die insgesamt zwölf „Erklärbären“ jede Menge Infomaterial zum Einlesen und eine kleine Mappe als Nachschlagewerk für den Weltcup. „Wir sind gut vorbereitet und wenn wir etwas nicht wissen, fragen wir die alten Hasen am Info-Stand“, sagt Marieta Kirsch. Die hilfsbereiten „Gelbwesten“ sind sozusagen die Außendienstler des altbewährten Info-Standes, den sieben bis acht Ehrenamtliche betreuen.  

Toller neuer Service

Ein toller Service für die Weltcup-Gäste, eine tolle Aufgabe für die neuen Helfer. „Die Fans hier in Oberhof sind supernett“, sagt Romina Schmidt, die den Fragenden erklärt, wo es zu den Backstage-Führungen geht, was das Biathlonschießen kostet oder wo das VIP-Zelt zu finden ist. Die 22-jährige Studentin aus Stralsund wollte schon lange einmal bei Thüringens größter Wintersportveranstaltung dabei sein. „Ich habe schon früher mal gehört, dass man sich hier als Helfer engagieren kann, doch da hatte es mit dem Studium nie gepasst. Diesmal hatte ich Zeit“, sagt Schmidt, die ursprünglich aus Erfurt kommt. Während ihres Studiums konnte sie nicht nur sehr gute Englisch- sondern auch Schwedisch-Kenntnisse erwerben. „Bei einem Weltcup mal hinter die Kulissen zu gucken, ist einfach cool“, freut sie sich.

Auch die Fans begrüßen den neuen Service. So wie Manfred und Petra Höfer aus Falkenberg in der Oberpfalz, die sich gerade bei Marieta Kirsch und Romina Schmidt informieren. „Ich find’s super“, sagt Manfred Höfer. „Wir haben vorhin schon eine Frage gehabt. Egal, wo man hinkommt, alle sind sehr nett“, sagt er. Die „gelben Engel“ von Oberhof sind hauptsächlich im Hüttendorf zu finden, aber auch im Besucherzelt oder bei den Rennen im Stadion. „Wir sind immer da, wo die Fans sind“, sagt Romina Schmidt. 

Christopher Eichler
Medienteam