„Ein extrem aufregendes Wochenende“

„Ein extrem aufregendes Wochenende“

Erstmals in seiner Karriere steht Philipp Horn im Aufgebot des BMW IBU Weltcups in Oberhof. Im Interview spricht er über seine Eindrücke, den Druck bei Staffeleinsätzen und die geknackte WM-Norm. 

Philipp, Sie sind zum ersten Mal beim Biathlon-Weltcup in Oberhof dabei. Wie fällt Ihr Zwischenfazit nach zwei von drei Rennen aus?
Es ist schon jetzt ein extrem aufregendes Wochenende für mich. Ich sehe so viele bekannte Gesichter, Familie und Freunde oder auch Helfer aus meinem Verein. Sie freuen sich alle für mich, dass ich hier mitlaufen darf. Und es macht einfach Spaß, hier zu laufen. Heute waren noch einmal deutlich mehr Zuschauer da als beim Sprint. Aber ich war heute nicht mehr so geschockt wie gestern. Ich wusste, es wird laut. 

Sie waren der Startläufer für das deutsche Männerteam. Waren Sie nervös?
Man merkt es in der Nervosität. Vor Einzelrennen bin ich nicht so aufgeregt wie vor Staffeln. Man hat immer im Hinterkopf, dass man das nicht nur für sich allein macht. Da sind noch drei Kollegen im Hintergrund, die auch gerne auf das Podest laufen würden. In Hochfilzen war ich sehr aufgeregt, weil ich im Hinterkopf hatte, dass ich die Staffel in Östersund versaut habe. Da musste ich etwas gut machen. Aber vor dem Heimpublikum hier war es auch aufregend, denn ich weiß, dass jeder auf mich schaut. Da muss man gucken, dass man bei sich bleibt. 

Gerade beim Heimweltcup prasseln zahlreiche Termine außerhalb des Rennens auf die Sportler ein. Wie sind Sie damit umgegangen?
Es hat sich zum Glück in Grenzen gehalten. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf den Rennen, darauf konzentriere ich mich. Im Nachhinein kann man dann schauen, für was man noch Zeit hat.

Mit dem morgigen Massenstart endet der diesjährige Weltcup in Oberhof. Was haben Sie sich vorgenommen?
Die 15 Kilometer sind in Oberhof ein richtig harter Kanten. Fünfmal den Birxsteig hoch, das zerrt schon. Aber ich habe noch etwas gutzumachen von Frankreich, wo ich einen ziemlich bescheidenen Massenstart geliefert habe. Ich möchte zeigen, dass ich auch gut schießen kann. 90 Prozent nehme ich mir vor. Und wenn das klappt, dann bin ich auch ganz gut dabei. 

Beim Sprint am Freitag haben Sie die Norm für die Biathlon-WM in Antholz geknackt. Wie zufrieden sind Sie damit?
Für mich wäre es eine Ehre, bei der WM dabei zu sein. Vor der Saison hätte ich damit nicht gerechnet. Deswegen bin ich glücklich, dass ich schon so weit bin. Und ich freue mich auf die kommenden Aufgaben. 

Interview: 
Susann Eberlein, Medienteam