Franziska Preuß nur knapp geschlagen

Franziska Preuß nur knapp geschlagen

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Spannung bis fast auf den letzten Meter bot das abschließende Massenstartrennen der Frauen beim BMW IBU Weltcup Biathlon in Oberhof.

Letztlich fehlten vier Sekunden bis zum ersten Einzelsieg für die deutschen Frauen in diesem Winter. Es war Franziska Preuß, die sich der Siegerin Julia Simon (Frankreich) nur um 3,9 Sekunden geschlagen geben musste. Preuß verwies ihrerseits Hanna Oeberg (Schweden) auf den dritten Platz.

Das Rennen war geprägt von Führungswechseln nach allen Schießeinlagen. Dabei gerieten die restlichen deutschen Starterinnen Denise Herrmann, Janina Hettich und Maren Hammerschmidt, durch Fehlschüsse schnell ins Hintertreffen. Vor dem letzten Stehendschießen sah die Italienerin Dorothea Wierer schon wie die sichere Siegerin aus. Mit mehr als 20 Sekunden Vorsprung auf Hanna Oeberg war sie auf die vorletzte Runde gegangen. Aber die Südtirolerin, bis dahin fehlerfrei, schoss im abschließenden Stehendschießen zwei Fahrkarten und brachte die Konkurrenz so wieder zurück ins Geschäft. Und die ergriff die Chance! 

Preuß zieht am Birx vorbei
Die Französin Julia Simon, vor dem letzten Schießen lediglich Elfte,  blieb fehlerfrei und holte sich die Führung. Nur knapp zwei Sekunden dahinter ging Franziska Preuß auf die Schlussrunde.  Einige Sekunden später folgte Lisa Theresa Hauser (AUT), die aber alle Chancen auf ihren vierten Podestplatz in Folge durch einen Sturz in der Abfahrt nach dem Birxsteig vergab. An diesem längsten Anstieg der Strecke selbst gelang es Franziska Preuß nicht nur, zu Julia Simon aufzuschließen. Vielmehr nutzte sie die Gunst der Stunde und die neuen letzten Steigungsmeter, um an der Französin vorbeizugehen. Es gelang der derzeit besten deutschen Biathletin, einige Meter zwischen sich und ihre Konkurrentin zu legen. Die erwies sich aber als wahre Kämpfernatur, hielt zunächst Kontakt und schob sich wieder an die Deutsche heran. Im Anstieg zum Stadion ging Simon an Preuß vorbei. Jetzt war es die 26-Jährige Zollbeamtin, die sich nicht abschütteln ließ. In der Sägespänerunde hielt sie Kontakt, musste die Französin im letzten Anstieg zur Zielgeraden dann aber  ziehen lassen. 

Froh über den Podestplatz
Franziska Preuß zeigte sich nach dem Rennen trotz des verpassten Sieges zufrieden. „Auf der erste Hälfe der letzten Runde habe ich alles gegeben, aber dann waren meine Energiereserven sehr niedrig und Julia hat mich geschnappt. Ich konnte nicht mehr mitgehen, aber ich war glücklich, Zweite zu sein. Es war ein tolles Wochenende, vor allem der Staffelsieg gestern“, sagte sie im Ziel. „Gestern war sehr wichtig für jeden von uns. Ich hoffe, dass Vanessa nächste Woche sehr stark sein wird. Es war Janinas erster Weltcup-Sieg und auch Denise hat ein tolles Rennen gemacht.“ Julia Simon freute sich über den zweiten Weltcupsieg ihrer Karriere. „Es war ein richtig guter Tag. Ich habe versucht, beim letzten Schießen fokussiert zu bleiben. Als ich auf die Strecke gegangen bin, habe ich nicht realisiert, dass ich in Führung liege. Mein Trainer hat mir gesagt, dass ich kämpfen muss und ich habe mehr und mehr gepusht. Ich war sehr müde, aber ich habe alles gegeben. Es war einer meiner härtesten Kämpfe“, sagte sie nach dem Rennen. Im Sommer hat sie viel am Schießen gearbeitet und Details geändert. „Ich war zu schnell und musste versuchen, ruhiger zu bleiben.“ Auch die Dritte, Hannah Oeberg aus Schweden, zeigte sich zufrieden. „Es war ein spannendes Rennen, in dem viel passiert ist. Ich hatte mit der schweren Strecke in Oberhof zu kämpfen, aber heute war mein bester Tag in den vergangenen zwei Wochen“, so die 26-Jährige. „Ich bin zuversichtlich, wenn es nächste Woche in die Höhe geht. Meine Grundform ist gut, aber wir haben noch ein wenig zu tun vor der Weltmeisterschaft. Ich werde nach Antholz nicht nach Hause fahren, um weniger zu reisen und vielleicht ein paar weitere Tage in der Höhe zu nutzen.“ 

Zu viele Schießfehler
Nicht optimal lief es für die anderen deutschen Starterinnen. Denise Herrmann wurde nach jeweils einem Fehler in allen vier Schießprüfungen 15 (+45,4 sec.), Janina Hettich 18. (+1:14,4 min), Maren Hammerschmidt (+3:16,0 min) landete auf dem 29. Platz. Die sonst so treffsichere Hettich vergab schon durch jeweils einen Fehler im Liegendanschlag alle Chancen auf eine vordere Patzierung. Maren Hammerschmidt unterliefen insgesamt vier Schießfehler.

Ralf Ilgen, Pressesprecher

 

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